Deutschsprachige Rezensionen des Romans Het Bureau ('Das Büro') von J.J. Voskuil

 


Busse, Gerd
Wo die Wichtelmännchen wohnen.
Vorsicht, Ansteckungsgefahr: Die Büro-Romane von J.J. Voskuil faszinieren die Niederländer 

Ein Zitat:
‘ Denn was die Lektüre des Romans wirklich zu einem Erlebnis macht, ist der lakonische Plauderton in den oft urkomischen Dialogen und Situationsbeschreibungen. Und es ist jene beunruhigende, ja bedrohliche Atmosphäre, die wie Mehltau über dem Ganzen liegt. Elsbeth Etty, Rezensentin der Tageszeitung NRC Handelsblad, beschreibt diese Atmosphäre als ein "leeres Universum" und wagt dabei den Vergleich zu einem anderen großen Nihilisten. "Voskuils Prosa ist von derselben Morbidität wie die Kafkas, bringt jedoch einen entgegengesetzten Effekt zustande".’
 

In: Frankfurter Rundschau, 20-03-1999
 

Busse, Gerd
Das Traumleben der Wichtelmännchen.
So wirklich wie das eigene Leben: Ein "Büro"-Roman macht in den Niederlanden Furore

Ein Zitat:
‘Seit dem Erscheinen des ersten Bandes im Jahre 1996 hat Het Bureau sich in den Niederlanden zu dem Kultbuch der Jahrhundertwende entwickelt. Funk und Fernsehen überbieten sich in Dokumentationen über den Roman und Interviews mit dem Autor, und auch in den Druckmedien vergeht kaum ein Tag, an dem es nicht um die Verhältnisse im berühmtesten Büro des Königreichs geht. Begeisterte Leser widmeten ihm gar ein Buch, in dem sie ihm über ihre eigenen Bürogeschichten berichten oder, nach bestem Vermögen, doch mit viel gutem Willen, seine Geschichten und Geschichtchen fortspinnen.’

In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20-04-2000
 

Busse, Gerd Unseliger Büroschlaf. Traurige Kaffeetassentropen: Der niederländische Roman 'Het Bureau' beschreibt grauen Alltag.

Ein Zitat:
‘ Offenbar hat 'Het Bureau' die Seelenlage einer ganzen Nation getroffen’

In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. Januar 2001, in jpg, oder html

Busse, Gerd Het Bureau - ein Buch des Trostes

Ein Zitat:
‘Sogar auf den Sterbelagern des Landes ist "Het Bureau" ein Thema. Die bekannte Amsterdamer Stadträtin Annemarie Grewel wandte sich kurz vor ihrem Tod 1998 an den Voskuil-Verleger van Oorschot mit der Bitte, ob er ihr nicht Einblick in die noch nicht erschienenen Bände des Romans gewähren könne - eine Bitte, die er ihr leider abschlagen mußte. So dürfen wir also froh sein, noch genug Leben in uns zu haben, um ihn genießen zu können: "Maarten Konings Tod", den letzten Band der "Het Bureau"-Reihe.’

In: MARABO, Nr. 4, April 2001, S. 70

Busse, G. Ein Leben für die Wichtelmänner

Ein Zitat:
Het Bureau hat J.J. Voskuil offenbar die Stimmung einer ganzen Nation getroffen. Der Charakter der Arbeit hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten - nicht nur in den Niederlanden - dramatisch gewandelt, und zwar eigentlich, so sollte man meinen, zum besseren. Arbeit ist heute keine Maloche mehr und weniger monoton, seit uns Maschinen die Durchführung schwerer Arbeiten und immer gleicher Handgriffe und Denkroutinen abnehmen, Hierarchien sind längst durch kleine Teams mehr oder weniger gleichberechtigter Individuen ersetzt, die sich an ihren ergonomisch wertvollen Arbeitsplätzen frei über ihre Projekte entfalten können, und Stechuhren lassen sich fast nur noch im Museum besichtigen. All diese Verbesserungen mögen Arbeit erträglicher gemacht haben - eines haben sie jedoch offenbar nicht bewirkt: ihr einen Sinn zu geben.

Aus: Journal Arbeit, 1. Jg/Nr 1, Frühjahr 2001, Seite 35-36


Ebenfalls von Gerd Busse: Eine Kostprobe aus 'Das Büro'

Und daneben: ein Gespräch mit J.J. Voskuil: Ein Roman über das Leben. J.J. Voskuil über sein Monumentalepos "Das Büro"
Aus: Journal Arbeit, 1. Jg/Nr 1, Frühjahr 2001, Seite 37-38.
 


© JDF van Halsema 2002


Mehr Information über 'Das Büro' (Niederländisch)

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